Schon 15 Jahre nach der Gründung zeigte sich ein erhebliches Platzproblem in dem namensgebenden und mit viel ehrenamtlichem Engagement für den Kulturbetrieb umgebauten alte Bahnhofsgebäude in der Heidelberger Altstadt. Stadt und Gemeinderat beschlossen, gemeinsam mit dem Betreiberverein Karlstorbahnhof e.V. einen großen Schritt zu wagen: Der Karlstorbahnhof bekam ein neues, größeres Gebäude in der Heidelberger Südstadt. Auf dem Gelände der ehemaligen Campbell-Barracks wurde eine militärische Reithalle aus den 30er Jahren zu einem modernen Veranstaltungshaus umgebaut. Eine Investition, mit der die Stadt ein bundesweit sichtbares Zeichen für ihre Freie Kulturszene setzte.
2022 öffnete der Karlstorbahnhof am neuen Standort seine Türen. Modernste Technik, ein großer Veranstaltungssaal, ein Theater und ein Klub sowie ein großzügiges Foyer und 2 Seminarräume bieten hier viele Möglichkeiten für Pop- und Soziokultur in all ihren Facetten.
Der Umzug war ein voller Erfolg: Die Publikumszahlen verdoppelten sich und 2024 wurde der Karlstorbahnhof für sein Musikprogramm zum vierten Mal seit seiner Gründung mit dem Bundesmusikpreis APPLAUS ausgezeichnet. Wer auf der Suche nach dem neuesten Sound und unbekannten Talenten ist, wird hier ebenso fündig, wie Fans großer Namen von den Sportfreunden Stiller über Pussy Riot bis hin zu Jazz-Stars wie Jason Moran, Michael Wollny oder Youn Sun Nah. Dazu kommt ein vielfältiges Clubkulturprogramm, dessen jährlicher Höhepunkt die DJ Conference, Kollektive und DJs aus der gesamten Region eine Nacht lang im ganzen Haus an die Plattenteller bringt. Weitere Highlights im Jahresprogramm sind das Enjoy Jazz Festival, das seit 1999 im Oktober und November stattfindet und inzwischen zu den wichtigsten Jazzfestivals weltweit gehört, sowie das im Frühjahr stattfindende Kabarett- und Comedyfestival Carambolage.
Mit seinem Schwerpunkt auf Diversität engagiert sich der Karlstorbahnhof zudem dafür, künstlerische Perspektiven sichtbar zu machen, die andernorts eher selten zu entdecken oder unterrepräsentiert sind. Beispiele sind die Kooperationen mit dem Iç Içe Festival für neue anatolische Musik und dem Afro-Festival, ebenso wie die Ausrichtung des Queer Festivals Heidelberg, des deutschlandweit größten Festivals für queere Kultur, jedes Jahr im Mai. Das vor einigen Jahren neu eingeführte Community & Arts Programm des Karlstorbahnhofs sorgt parallel für jede Menge Beteiligungsmöglichkeiten in Form von Workshops, gemeinschaftlichen Kunstprojekten und mehr.
Der Theaterraum TiK ist die betriebsamste Bühne für Freies und Amateurtheater in der Stadt. Hier treffen vor allem lokale und regionale Künstler*innen auf ein interessiertes Publikum. Von klassischen Dramen über inklusives Tanztheater bis hin zu musikalisch-kabarettistischen Abenden ist alles im Programm. Zudem präsentieren die renommierten Heidelberger Theatertage jedes Jahr im Herbst einige der besten Produktionen der deutschsprachigen Freien Theaterszene im Wettbewerb um den Heidelberger Theaterpreis.
Das aktuelle Programm des Karlstorbahnhofs gibt es unter www.karlstorbahnhof.de